Basel
Baseler Rathaus - Statue von Lucius Munatius Plancus im Innenhof
Frankreich Schilder
Radwegbeschilderung in Frankreich

Rhein

... eine Radtour am Rhein entlang, von Basel bis nach Königswinter

Der Rhein, der große Strom und die Vielfalt an seinen Ufern ...

RheinwegeRheinwegeRheinwege
... Start in Basel/Schweiz ... auf halber Strecke bei Mannheim/Ludwigshafen ... und in der Nähe von Sinzig.

Der Rhein-Radweg - die EuroVelo-Route 15 - führt durch eine reizvolle Natur- und Kulturlandschaft, passiert wird der Oberrheingraben, der im Osten von Schwarzwald, Kraichgau und Odenwald, im Westen von den Vogesen, dem Pfälzer Wald und dem rheinhessischen Hügelland umrahmt wird. Der Radweg folgt dem Fluss, der als Wasserstraße mit all seinen Begradigungen, Hafen- und Schleusenanlagen durch eine vielseitige Landschaft mit unberührten Auenwäldern führt.

Die Qualität der Radwege und auch deren Beschilderungen sind je nach Region und Land sehr unterschiedlich. Fährt man von Basel auf der rechten, der deutschen Rheinseite, führt die Route meistens auf zwar autofreien aber dafür unbefestigten Damm- oder Treppelwegen. Der Rhein bleibt fast immer in Sichtweite. Der Belag ist sehr unterschiedlich, von fein und festgeschottert bis grobkörnig und relativ lose findet man alles vor. Auf der linken Rheinseite, der franzosischen, geht es fast ausschließlich auf asphaltierten Fahrwegen und Nebenstraßen entlang. Das Verkehrsaufkommen ist sehr gering. Die Routenführung geht ins Landesinnere und der Rhein ist bei einigen Etappen weit weg. Dazu folgt die Wegstrecke sehr häufig den angelegten Kanälen, also kilometerlange Geradeausfahrten.

Rheinwege
...Radweg auf deutscher Seite
Rheinwege
...Radweg auf französischer Seite (mit Deutschlandfahne)

Diese Teilung der Radwegqualität geht solange der Hauptarm des Rheins die Ländergrenze zwischen Deutschland und Frankreich bildet, also bis ungefähr in den Großraum von Karlsruhe. Von hier ab findet der Radler auf beiden Rheinseiten fast immer Asphaltwege vor.

1. Tag Weil am Rhein - Basel - Weil am Rhein

Die Anreise erfolgte mit der Bahn im EC zum badischen Bahnhof Basel, er liegt im rechtsrheinischen Stadtteil Kleinbasel. Von hier ging es gut ausgeschildert zum Hotel in Weil am Rhein.

Basel-Rathaus
Basel - Rathaus

Die erste kleine Tour war ein Abstecher in die Schweiz zum Startort Basel. Es begann gleich mit einer Baustelle und einer damit verbundene nicht klaren Wegführung. Aber irgendwie wurde es geschafft und man befand sich mitten im Verkehr von Basel. Um es kurz zu fassen, Basel ist nichts für Radfahrer, da ist man von Städten dieser Größenordnung besseres gewohnt. Ganz gefährlich sind die Strecken ohne Radwege, da wurde es verdammt eng zwischen Bordsteinkante und Straßenbahnschiene. Das Ziel war die Altstadt mit seinen Sehenswürdigkeiten, wie zum Beispiel die Mittlere Brücke, der Marktplatz mit dem im spätgotischen Stil erbauten Rathaus oder die Münsterkirche.

Basel-Mittlere Brücke
Basel - Mittlere Brücke

An der Mittleren Brücke war dann der Startpunkt der Radtour. Über dem Unteren Rheinweg entlang des Rheins wurde das Zentrum von Basel verlassen. Zügig ging es hinaus, die Zollgrenze nach Deutschland wurde passiert und in Weil am Rhein kannte man ja jetzt den richtigen Weg.

Weil am Rhein, liegt im äußersten Südwesten Deutschlands, mitten im Dreiländereck Deutschland - Frankreich - Schweiz, Sehenswert sind die Dreiländerbrücke, das Freilichtmuseum und das Vitra Design Museum von Frank Gehry, außerdem beginnt in Weil am Rhein die Badische Weinstraße

Weil am Rhein - Dreiländerbrücke
Weil am Rhein - Dreiländerbrücke
2. Tag Weil am Rhein - Breisach

Mit der Entscheidung auf der rechten, der deutschen Seite zu fahren und einem Blick auf die Dreiländerbrücke wurde Weil am Rhein verabschiedet. Auf asphaltierten Radwegen ging es bis zum alten Wehr bei Märkt.

Stauwehr Märkt
Stauwehr Märkt

Am Stauwehr Märkt ist der Ausgangspunkt des Rheinseitenkanals, des französischen Grand Canal d'Alsace, der ca. 50 Kilometer parallel zum Altrhein in Richtung Norden nach Breisach führt. Die Landesgrenze zwischen Deutschland und Frankreich verläuft auf diesem Teilstück mitten im parallel verlaufenden Rhein, den man auch als Altrhein bezeichnet.

Ab hier war auch die asphaltierte Wegstrecke vorbei, jetzt ging es ausschließlich auf den unbefestigten Treppelwegen weiter. Bei Rheinweiler gab es die erste Umleitung, wobei der Hinweis auf die Fahrtrichtung nicht eindeutig war.

Neuenburg - Brunnen
Neuenburg - Brunnen am Marktplatz

Bad Bellingen wurde passiert und in Neuenburg war eine Rast geplant. Beim Abzweig nach Neuendorf die nächste Umleitung, die klar und deutlich in den Ort führte.

Neuenburg, ein kleiner gepflegter Ort hat eine idylische Innenstadt mit einem schönen Marktplatz, sehenswert sind auch die Brunnen der Stadt.

Für die Weiterfahrt am Rhein war die Umleitung nicht klar beschildert und man fährt schnell in die falsche Richtung. Ab hier galt immer auch auf die Beschilderung aus der Gegenrichtung zu achten, denn oft war nur so die eindeutige Wegführung der Route bzw. Umleitung zu erkennen!

Ein paar Kilometer hinter Neuenburg hatte man die Wahl einen Ausflug nach Freiburg zu machen oder man konnte über die Staumauer des Kraftwerkes Fessenheim nach Frankreich hinüber wechseln. Der Abstecher nach Freiburg (30 km) war nicht geplant, da die Stadt schon bekannt war. Da man jetzt schon einige Stunden auf unbefestigten Wegen gefahren war, reizte der Wechsel nach Frankreich, da hier die Wege der EuroVelo-Route 15 asphaltiert sind. Also wurde die Seite gewechselt und man plante, da man schon auf der linke Seite war, auch einen Abstecher nach Neuf Brisach (F) zu machen. Die Räder rollten gut, aber aufgrund der inzwischen immer größer gewordenen Hitze von weit über 30° im Schatten wurde darauf verzichtet und das Etappenziel Breisach direkt angefahren.

Breisach
Breisach - St. Stephanmünster
Breisach
Breisach und der Rhein

Breisach, die charmante Stadt liegt inmitten einer herrlichen Landschaft von Baden und Elsass. Direkt am Rhein, zwischen den beiden Weinregionen dies- und jenseits des Flusses. Das Wahrzeichen der Stadt ist das hoch über der Stadt und dem Rhein thronende St. Stephansmünster.

3. Tag Breisach - Kehl

Für diese Etappe wurde umgeplant und die Route durch Frankreich gewählt. Sie führte bis an den Rand des Zentrums von Straßburg und dann weiter nach Kehl dem Etappenziel. Der Hauptgrund waren Informationen über die doch zum Teil sehr grob geschotterte Strecken auf der deutschen Seite, in Frankreich gab es ausschießlich Asphaltwege. Die führten zum größten Teil zwar am Kanal entlang boten in vielen Abschnitten aber auch Schatten, das bei den immer noch hohen Tagestemperaturen sicher ein Vorteil war.

Da die Route in Richtung Neuf Brisach (F) führte, konnte der am Vortag nicht durchgeführte Besuch der Stadt nachgeholt werden. Hauptanziehungspunkt in Neuf Brisach ist die im 17. Jahrhundert erbaute Festung. Dieser achteckige Festungsstern mit seinen Wällen, Gräben und Kasematten (geschütztes Gewölbe) wurde im Jahr 2008 zum Weltkulturerbe der Unesco ernannt.

Die nächsten 15 km führten die Radler durch gut gepflegte Orte und alles bei hervorragender Beschilderung. Als der Ort Artzenheim erreicht war begann die Fahrt entlang des Canal du Rhone au Rhin. 50 km lang geradeaus, unterbrochen nur durch die Schleusen mit ihren liebenswert gepflegten Schleusenwärterhäusern.

Schleuse Boofzheim
Schleuse Boofzheim ...
Schleuse Boofzheim
... und das Schleusenwärterhäuschen

Wer diese Strecke fährt sollte seine Verpflegung und Getränke am Rad haben, denn es gib keine Gastronomie entlang des Weges. Dafür aber asphaltiert und größtenteils im Schatten.

Die Wegführung und Beschilderung an das Zentrum Straßburgs heran und weiter nach Kehl war gut gelöst. Da Straßburg von einer früheren Reise bekannt war, wurde auf eine Besichtigungtour durch die Stadt verzichtet.

Kehl und Straßburg, diese beiden Städte sind seit 2004 durch ein besonders Bauwerk, die Passerelle des deux Rives, noch enger zusammen. Eine Brücke, die Fahrradfahrern und Fußgängern vorbehalten ist, verbindet seit der grenzüberschreitenden Gartenschau das französische und deutsche Rheinufer.

Passerelle des deux Rives
Passerelle des deux Rives

Die einzigartige Passerelle besteht aus zwei Stegen, die sich über der Flussmitte zu einer 100 Quadratmeter großen Plattform vereinigen und von 76 Seilen an zwei Pylonen gehalten werden, sie überragen den schiffbaren Wasserstand um 38 Meter. Der große Steg, 387 Meter lang und zwischen den Geländern drei Meter breit, reicht vom Kehler Dammdurchbruch bis weit hinein in den Park am französischen Rheinufer. Der andere, kleinere Steg, 275 Meter lang und 2,50 Meter breit, verbindet direkt die beiden Rheinufer. Aufgrund ihrer Steigung zwischen 14 und 17 Prozent und des Auf- und Abgangs mit Stufen ist die kleine Brücke ausschließlich für Fußgänger geeignet, die große bietet dafür den Radfahrern einen bequemen Uferwechsel.

Sehenswert sind neben der Passerelle die Rheinterrassen und die etwa ein Kilometer lange und bis zu 90 Meter breite Rheinpromenade.

4. Tag Kehl - Karlsruhe

Aus Kehl ging es zügig heraus, zuerst asphaltiert, dann weiter auf dem Dammweg, der nur ein besserer Feldweg war. Vorbei an Freistätt und Helmlingen im Wechsel zwischen Rheindamm und Straße bis zur Fähre Drusenheim.

Fähre Drusenheim
... auf der Fähre Drusenheim

Mit der französischen Fähre Drusenheim gelang man kostenlos an das andere Ufer. Gewechselt wurde, weil auf französischer Seite der Weg asphaltiert war. Die Hitze meinte es weiterhin sehr gut, inzwischen hatte der Wind gedreht und kam einem jetzt entgegen, dazu wenig Schatten auf diesem Teilstück. Daher nach ca. 18 km, kurz hinter der Staustufe Iffesheim, wieder zur deutschen Seite gewechselt.

Die Dammweg-Route wurde nicht genommen, leichter und schneller ging es über die Radwege im Landesinneren bis zum kleinen Städtchen Au am Rhein. Jetzt wurde es Zeit wieder zum Damm zurück zu kehren um die beschilderte Route Richtung Karlsruhe zu erreichen.

Pappelwolle
... der Radweg mit den Sommerflocken der Pappeln

Es folgten 4 km wo die Natur eine Überraschung parat hatte. Von weiten sieht es aus als wäre alles mit Watte bedeckt, oder Schnee, aber das konnte es im Sommer ja nicht sein, es waren die Sommerflocken der Pappeln die sich niedergelassen hatten. Man nennt es auch Pappelwolle und beim Überfahren flog alles federleicht nach oben.

Bald führte die Route direkt an den Rhein und eine Gastromonie am Rhein lud zur Pause ein. Inzwischen bildete der Rhein auch nicht mehr die Grenze zu Frankreich. Die gegenüber liegende Ortschaft Neuburg am Rhein, zu der eine Fähre hinüber führt, lag schon auf Pfälzer Gebiet. Nur noch ein kurzes Stück und bald war man beim Naturschutzzentrum am Altrhein. Von hier waren es noch ca. 10 km weg vom Rhein bis in die Innenstadt von Karlsruhe und die wurden dank guter Wegführung zügig gemeistert. Endlich mal ein Tag ohne Umleitung, doch man freute sich zu früh, kurz vor dem Ziel mußte man doch wieder nach Umleitungsschilder fahren. Dank zusätzlicher einheimischer Hilfe wurde das Ziel in der Innenstadt aber schnell gefunden.

Karlsruhe - kurz gesagt was in Erinnerung geblieben ist: "die unglaubliche Zahl an Radfahrer und deren sehr gutes Wegenetz und die Baustellen". Die City war praktisch eine riesengroße Baugrube und zur Krönung des negativen, war das Schloß Karlsruhe auch komplett eingerüstet. Gastronomisch wurde alles geboten, wenigstens etwas erfreuliches.

5. Tag Karlsruhe - Speyer

Wenn man irgendwo hinein fährt, muß man auch wieder heraus fahren. Also mußte Karlsruhe auf einer Strecke von ca. 10 km auf Radwegen an verkehrreichen Straßen verlassen werden. Die Wegführung hatte Bestand bis zur Rheinbrücke nach Maximiliansau. Die Brücke hinunter und weiter auf der linken Flußseite durch den Ort Wörth. Bald gab es die erste kurze Umleitung, die aber durch ein ruhiges Wohn- und Freizeitgebiet führte. Danach bestand die Möglichkeit auf die rechte Rheinseite zu wechseln, denn ab dieser Stelle war es immer möglich auf beiden Seiten zu fahren. Es wurde aber weiter linksrheinisch gefahren.

Deichwachhäusern am Rhein
... eins der typischen Deichwachhäusern am Rhein

Nach einem erholsamen Waldabschnitt wartete kurz vor Leimersheim die nächste Überraschung, na' was schon "Baustelle, Rheindamm gesperrt - Umleitung". Sie führte ins Landesinnere und sie hatte es in sich, etliche Kilometer mehr, den Zeitablauf strapaziert und dazu gleich bei Kuhardt, der ersten Ortschaft, eine kräftige Steigung. Weiter nach Hördt und Sondernheim, danach bergab zurück an den Rhein, wo zugleich die Rastmöglichkeit beim Ziegeleimuseum Germersheim genau das Richtige war. Jetzt war erst einmal eine gemütliche Pause angesagt, direkt am Rheinufer.

Nach einigen Kilometern war Germersheim errreicht und durch die Stadt ging es weiter Richtung Lingenfeld. Die Insel Grün im weiten Bogen umfahren, dann vorbei an einem Freizeitgelände mit Badesee und auf dem Dammweg vorbei an landwirtschaftlichen Feldern bis zum "Kleinen Speyerer Basis" einem historischen Vermessungspunkt. Hier die kürzeste Variante gewählt, die direkt ins Zentrum von Speyer führte.

Speyer - alle Seheswürdigkeiten der Stadt liegen eng zusammen und sind gut zu Fuß zu erreichen, zum Beispiel:

Speyer - Altpörtel
Speyer - Altpörtel
  • Dom zu Speyer, ein Unesco Weltkulturerbe, auf dem Grundriss eines lateinischen Kreuzes erhebt sich eines der größten und bedeutendsten romanischen Bauwerke in Deutschland: der Kaiserdom
  • Maximilianstraße, die Lebensader von Speyer hier pulsiert das Leben, sie verläuft zwischen Altpörtel und Dom
  • Altpörtel, das westliche Stadttor der mittelalterlichen Befestigung
  • Historisches Rathaus, ein repräsentativen Bau des Spätbarock
  • Altstadt Speyer, zwischen Fischmarkt und Sonnenbrücke lockt mit ihren verwinkelten Gassen und Plätzen ein besonderes Altstadtquartier, der "Hasenpfuhl". Dieser Stadtteil war früher das Viertel der Schiffbauer und Fischer.
  • eine andere Sehenswürdigkeit und herrlich gelegen, der Biergarten der Hausbrauerei Domhof, einem der schönsten Biergärten der Pfalz mit Blick auf den Kaiserdom
Speyer - Kaiserdom
Speyer - Kaiserdom
Speyer - Kaiserdom
Speyer - Kaiserdom-Seitenansicht und Altstadt

6. Tag Speyer - Worms

Da es jetzt fortan die Möglichkeit gab an beiden Seiten des Rheins zu fahren, mußte immer eine Entscheidung getroffen werden wo man weiter radeln möchte. Es ging zuerst auf dem linksseitigen Radweg weiter. Die Stadt zügig verlassen, das Gebiet des Altrhein umrundet, der Ort Otterstadt war in Sichtweite und was gab es, ... eine Umleitung. Was ist schon ein Tag ohne Umleitung, man mußte es so langsam mit Humor nehmen. Wenigstens führte sie durch ein schönes Wohn und Freizeitgebiet.

Rheinpromenade Mannheim
Rheinpromenade Mannheim

Kurz vor Altrip war die Hauptroute wieder erreicht. Mit der Fähre ging es hinüber auf die rechte, die Mannheimer Seite. Erst kurz durch das Industrie- und Hafenviertel dann durch das Naturschutzgebiet Reiss-Insel bis zur Rheinpromenade Mannheim.

Eine Fahrt durch den Schloßpark zum Schloß Mannhein und einen Abstecher zur prunkvollen Jesuitenkirche, das reichte für Mannheim. Über die Konrad-Adenauer-Brücke ging es nach Ludwigshafen auf die linksrheinische Seite.

Die nächsten ca. 10 km kann man vergessen. Zwar immer auf Radwegen, jedoch zwischen stark befahrenen Straßen und den Industriekomplexen der Stadt Ludwigshafen kommt keine Radfahrerfreude auf. Aber auch das hatte mal ein Ende.

Ein paar ruhige Kilometer weiter, vorbei an einer großen und prächtigen Reitanlage und der kleine Ort Petersau erreicht. Die Gastronomie war einladend, so war jetzt erst einmal eine zünftige Rast angesagt. Nur irgendwann mußte man natürlich auch weiter, kurz nachdem man sich auf das Rad geschwungen hatte, was mußte man da zur Kenntnis nehmen, "Umleitung". Diese Umleitung war, wenn man es im nachhinein betrachtet einfach verrrückt, denn ortskundige benutzten einen viel kürzeren Schleichweg. In weitem Bogen um das große Gebiet des Silbersee herum, noch weiter weg durch die Ortschaft Bobenheim-Roxheim und zweimal die stark befahrenen B9 passiert. So standen schnell mal wieder etliche Kilometer mehr auf dem Tacho. Auch das war überstanden und die letzten 6 km führten auf der Originalroute nach Worms.

Worms - Lutherdenkmal
Worms - Lutherdenkmal

Worms - bekannt als Nibelungen- und Lutherstadt hat viele interessante Sehensürdigkeiten, zum Beispiel:

  • Dom St. Peter - der Kaiserdomen, er gehört gemeinsam mit den Domen in Mainz und Speyer zu den großartigsten Bauwerken romanischer Kirchenbaukunst.
  • viele schöne Grünanlagen zum Beispiel die entlang des Luther- und Adenauerringes, vorbei an Dom, Heylshof und Lutherdenkmal lädt sie mit plätschernden Brunnen zum Verweilen ein
  • Lutherdenkmal - Größtes Reformationsdenkmal der Welt!
  • Reste der gut erhaltenen mittelalterlichen Stadtmauer
7. Tag Worms - Oestrich-Winter

Auf Empfehlung für die ersten Kilometer nicht die Hauptroute aus Worms heraus genommen, sondern den Rheinterrassen-Radweg. Dieser entfernt sich vom Fluss, aber die Hauptroute führt entlangt von Industrieanlagen. Nach einigen Kilometer in Osthofen diesen Weg verlassen und zum Rhein hinunter bei Rheindürkheim zur Hauptroute. Auf verkehrsruhigen Wegen in Rheinnähe über Hamm, am Freizeitgelände Eicher See vorbei und dann weiter auf den unbefestigten Rheindammweg.

Oppenheim - Katharinenkirche
Oppenheim - Katharinenkirche

Aber plötzlich kam sie wieder,....die Umleitung. Man hätte darauf wetten können, das es keinen Tag ohne Umleitung geben wird. Und wo führte die Umleitung hin, wieder hinauf zum Rheinterrassenweg. Hätte man das vorher gewußt wäre man gleich auf diesem Weg geblieben und hätte etliche Kilometer gespart, mal abgesehen von dem erheblichen Zeitverlust. erfreulich war nur, dass diese durch die Weinfelder und einigen Weinorten führte. In dem Weinstädtchen Oppenheim führte der Weg wieder zum Rhein und traf mit der Hauptroute zusammen. Aufgrund des Zeitverlustes wurde in Oppenheim kurzerhand die S-Bahn bis zum Mainzer Hauptbahnhof genommen.

Mainz und seine Sehenswürdigkeiten waren von einem früheren Besuch bestens bekannt, so ging es vom Bahnhof auf direkten Weg durch die Innenstadt am Kurfürstlichen Schloß vorbei zur Theodor-Heuss-Brücke. Auf der rechten Rheinseite wartete dann Hessen als Bundesland. Ein Blick auf die Skylinie von Mainz und zügig ging es am Schloß Biebrich vorbei nach Eltville. Die Kurfürstliche Burg und der Rosengarten sind immer einen Besuch wert.

In Oestrich-Winkel war dann Schluß mit dieser Etappe und am Rheinufer bei einem Glas Wein (oder mehr) konnte der Tag ausklingen.

8. Tag Oestrich-Winter - Koblenz
Bacharach
Bacharach und Burg Reichenstein

Schnell war Rüdesheim erreicht und mit der Fähre ging es auf die linke Rheinseite nach Bingen. Der Abschnitt des Rhein zwischen Bingen und Koblenz gilt als eine der schönsten Etappen auf dem Rheinradweg und war schon bekannt. (Siehe nachstehenden Tipp!) Das malerische Mittelrheintal mit hoch aufragenden Felswänden an den Ufern, mittelalterlichen Städtchen und der berühmten Loreley gehört seit 2003 zum Welterbe der UNESCO. Man radelt direkt am Rhein auf gut ausgebauten Radwegen, die allerdings meist neben der vielbefahrenen Bundesstraße verlaufen. Einige kurze Strecken bieten etwas Ruhe von dem Verkehrslärm.

Ein Tipp, wer den Abschnitt zwischen Rüdesheim/Bingen und Koblenz als autofreie Rheinuferstraßen im Welterbe Oberes Mittelrheintal erleben und geniessen möchte, dem sei die Veranstaltung "Tal Total" empfohlen. Immer am letzen Sonntag im Juni sind für einen kompletten Tag von 9.00 bis 19.00 Uhr beide Bundesstraßen entlang des Rheins frei von Motorfahrzeugen und gehören ganz allein Radfahrern und Skatern. Radler können an diesem Tag kostenlos mit Hilfe der Fähren in Boppard - Filsen, St. Goar - St. Goarshausen, Kaub - B 9, Lorch - Niederheimbach und Rüdesheim - Bingen zwischen den Rheinseiten wechseln. Anmerkung: Schon zweimal gefahren, probiert es mal selbst aus!

Die Tagesetappe durch das herrliche Mittelrheintal endete nach 80 km in Koblenz, standesgemäß bei traumhaften Wetter am Abend. Auf eine Besichtigungstour durch Koblenz wurde verzichtet, da die Stadt von mehreren Reisen schon bekannt. Dafür konnte am Rheinufer der Tag ruhig ausklingen.

Koblenz - Festung Ehrenbreitstein
Koblenz - Festung Ehrenbreitstein
9. Tag Koblenz - Königswinter

Der letzte Tag der Radtour entlang des deutschen Rheins war angebrochen, er führte bis kurz hinter die Landesgrenze Rheinland-Pfalz/NRW in die Drachenfelsstadt Königswinter. Hier sollte auch Schluß sein, weil Königswinter und der weitere Radwegverlauf am Rhein von früheren Touren schon bekannt war.

Andernach
Andernach - Runde Turm

In Koblenz ging die Route über die Rheinpromenade bis zum Deutsches Eck, vorbei an der Altstadt und weiter zur Balduinbrücke, die über die Moselmündung führte. In Neuendorf gab es mal wieder das beliebte Spielchen mit der Umleitung. Nachdem das Industrieviertel mit der Umleitung passiert war ging es nach einigen Kilometern zurück an das Rheinufer. Immer entlang des Rheins vorbei an Urmitz und Weißenthurm, mit einem Blick auf Neuwied am anderen Ufer, nach Andernach. Markante Punkte der Stadt Andernach sind die Liebfrauenkirche, der 56 m hohe Runde Turm, das Rheintor und das alte Rathaus.

Auf dem Abschnitt nach Bad Breisig ging der Radweg parallel mit einer Bundestraße daher. Bad Breisig selbst mit seiner Promenade bot sich für eine Rast an. Danach führte der Radweg über einen ruhigen Dammweg direkt am Rhein entlang. In der Nähe von Sinzig wurde über eine alte Holzbrücke die Ahrmündung passiert. An der Fähre Kripp ein Blick auf Linz am Rhein auf der rechten Seite und weiter ging es Richtung Remangen.

Brücke Remagen
... die Brückentürme auf der Seite von Erpel.

Remangen und sein bekanntestes Bauwerk "die Brücke von Remagen". Die Ludendorff-Brücke, als so genannte Brücke von Remagen bekannt, war eine Eisenbahnbrücke über den Rhein zwischen Remagen und Erpel. Die Sprengung im März 1945 hob die Brücke kurz aus ihren Lagern, zerstörte sie aber nicht, wodurch es den alliierten Truppen gelang, den Rhein zu überqueren, bis sie später doch einstürtze. Diese Eroberung ging als das "Wunder von Remagen" in die Kriegsgeschichte ein. Übrig sind heute nur noch die Brückentürme auf beiden Seiten.

Kurz hinter Remagen war die Bundesstraße wieder der ständige Begleiter, bis endlich in Rolandseck die Fähre nach Bad Honnef erreicht war. Nach der Überfahrt ging es von Bad Honnef über Rhöndorf nach Königswinter, dem letzten Etappenziel.

Nach fast 700 km Radfahren, erfreulicher Weise ohne jegliche Panne und technische Probleme, war man am Ende auch froh, das am nächsten Tag die Heimreise mit der Bahn angetreten werden konnte.




Die Etappen im Überblick:
  • 1. Tag - Weil am Rhein - Basel - und zurück 30 km, reine Fahrzeit 02:30 h
  • 2. Tag - Weil am Rhein - Breisach 80 km, reine Fahrzeit 05:00 h
  • 3. Tag - Breisach - Kehl 93 km, reine Fahrzeit 05:35 h
  • 4. Tag - Kehl - Karlsruhe 99 km, reine Fahrzeit 06:30 h
  • 5. Tag - Karlsruhe - Speyer 69 km, reine Fahrzeit 04:40 h
  • 6. Tag - Speyer - Worms 72 km, reine Fahrzeit 04:50 h
  • 7. Tag - Worms - Oestrich-Winter 84 km, reine Fahrzeit 05:45 h
  • 8. Tag - Oestrich-Winter - Koblenz 80 km, reine Fahrzeit 05:15 h
  • 9. Tag - Koblenz - Königswinter 73 km, reine Fahrzeit 05:00 h

Gefahren wurde diese Tour im Juni 2014.

Persönliches Fazit dieser Radtour: Das Wetter spielte zwar mit, insofern das kein Tropfen Regen fiel, das war Glück, wenn man bedenkt welche Unwetter woanders tobten. Aber die große Hitze an den ersten Tagen forderte einem doch ganz schön. In den ersten drei Tagen kam der Wind aus der "richtigen" Richtung, doch danach drehte er und es gab ausschließlich Gegenwind. Die Beschilderung in Deutschland ist leider nicht einheitlich, was sehr bedauerlich ist. Fehlende oder ungünstig plazierte Schilder und die vielen Umleitung sind nervtötend. Die Radwege in Frankreich waren vorbildlich von der Qualität und auch der einheitlichen Beschilderung. Was in Frankreich fehlt ist das gastronomische Angebot am Radweg. Es gab viel zu sehen und zu entdecken und es war von der Gesamtheit auch schon eine entsprechende Herausforderung. Eingeordnet wird diese Radtour in "Einmal gefahren und das reicht aber auch, ein zweites Mal muß nicht sein"


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