Gedichte, Reime, Verse und Lieder für Jubiläum oder sonstige Feiern.

  • Hollahi ...  -   Heute sind wir alle lustig, denn die Feier, die ist schön,
  • Männer  -   So unnütz wie Unkraut, wie Fliegen und Mücken ...
  • Russische Philosophie  -  Wenn Du kommst auf Welt, hast du zwei Möglichkeiten...
  • Meine Oma  -  Daran hätte meine Oma nie gedacht!

(Nach der Melodie: eine Seefahrt, die ist lustig...)

xxxxHeute sind wir alle lustig,
denn die Feier, die ist schön,
ja, da kann man was erleben,
ja, da kann man etwas seh´n.
Hollahi ....

Daß uns gleich beim ersten Verse
auch der rechte Rhythmus packt,
schlagen wir jetzt mit der Rechten
in der Luft recht schön den Takt,
Hollahi ....

Um den Takt auch gut zu hören,
schlagen munter wir und frisch
mit zur Faust geballten Rechten
alle kräftig auf den Tisch. Hollahi ....

Weil der Krach euch gut gefallen,
macht dasselbe noch einmal,
außerdem stampft mit den Füßen
alle kräftig auf im Saal.
Hollahi ....

Und jetzt geht es auf und nieder,
und das dachte ich mir so:
bei dem "Hi" die Frauen aufsteh`n
alle Männer bei dem "Ho".
Hollahi ....

Nun nimmt jeder einen Schlüssel
oder sonst auch irgend was
und dann klopfen wir im Takte
alle fröhlich an das Glas.
Hollahi ....

Alle Stühle jetzt beiseite!
Oh, das muß viel schneller geh`n
und dann Knie beugen - strecken,
das ist prächtig anzuseh`n.
Hollahi ....

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So unnütz wie Unkraut, wie Fliegen und Mücken,
so lästig wie Kopfweh und Ziehen im Rücken,
so störend wie Bauchweh und stets ein Tyrann,
das ist dieser halbmensch, sein Name ist MANN.

Er Steht nur im Wege rum, zu nichts zu gebrauchen,
ist immer am Mecken und ständig am Fauchen.
Er ist auf der Erde, ich sag`s ohne Hohn,
von Herrgott die größte Fehlkonstruktion.

Ein Mann wär doch ohne die Frauen verloren,
er wär ja ohne uns nicht mal geboren!
Erst durch unsere Hilfe wird mit viel Bedacht,
so halbwegs ein Mensch aus diesen Schlappschwanz gemacht.

Ein Mann hält sich oft für unwiderstehlich,
und glaubt, schon ein Lächeln von ihm macht uns seelig.
Stolziert durch die Gegend wie`n Hahn auf dem Mist
und merkt dabei nicht, wie dusselig er ist.

Fühl ich mich unwohl und kann kaum gehen,
weder sitzen, noch liegen oder stehen,
dann sagter: "Komm`mach ` nicht son`n Wind",
doch sitzt ihm der Pups quer, dann weint er wie`n Kind.

Mit dem Maul sind sie stark, da könne sie prahlen,
doch wehe der Zahnarzt bereitet mal Qualen,
dann sind doch alle - verzeiht den Vegleich-
, wie ein Korb voller Fallobst, so flau und so weich.

Ein Mann ist ganz brauchbar, solang er noch ledig,
da ist er oft schlank und sein Körper athletisch,
da ist er voll Liebe und voller Elan,
kaum ist er verheiratet, wird nichts mehr getan.

Mit Gold und Brillanten tat er Dich beglücken,
das kriegt heut die Freundin, hinter dem Rücken
und du kriegst nur noch, wenn er dram denkt,
zum Geburtstag `nen Schnellkopftopf geschenkt.

Als Jüngling wollt`er dauernd kosen und küssen,
als Ehemann will er davon nichts mehr wissen.
Verlangst Du Dein Recht, dann wird er gemein:
er gibt Dir`s Gebiß und sagt: "Küß Dich allein".

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Wenn Du kommst auf Welt, hast du zwei Möglichkeiten:

Du kannst werden Mann, Du kannst werden Frau.
Wenn Du wirst Frau, hast Du besser.
Du kannst heiraten Mann, bist versorgt.

Wenn Du wirst Mann, hast Du zwei Möglichkeiten:
Du kannst kommen in Fabrik, du kannst kommen in Krieg.
Wenn Du kommst in Fabrik, hast Du besser.

Wenn Du kommst in Krieg, hast Du zwei Möglichkeiten:
Du kannst kommen in Schreibstube, Du kannst kommen an Front.
Wenn Du kommst auf Schreibstube, hast Du besser.

Wenn Du kommst an Front, hast Du zwei Möglichkeiten:
Du kannst bleiben am Leben, Du kannst gehen tot.
Wenn Du bleibst am Leben, hast Du besser.

Wenn Denn gehst tot, hast Du zwei Möglichkeiten:
Du kannst kommen in Grab alleine, Du kannst kommen in Grab mit Masse.
Wenn Du kommst in Grab alleine, hast Du besser.

Wenn Du kommst in Grab mit Masse, hast Du zwei Möglichkeiten:
Du kannst kommen unten in Grab, Du kannst kommen oben in Grab.
Wenn Du kommst unten in Grab, hast Du besser.

Wenn Du kommst oben in Grab, hast Du zwei Möglichkeiten:
Du kannst bleiben liegen, Du kannst genommen werden heraus.
Wenn Du bleibst liegen, hast Du besser.

Wenn Du wirst genommen heraus, hast Du zwei Möglichkeiten:
Du kannst kommen in Fabrik für Seife, Du kannst kommen in Fabrik für Papier
Wenn Du kommst in Fabrik für Seife, hast Du besser.
Du kannst werden Parfüm für Dame.

Wenn Du wirst gemacht zu Papier, hast Du zwei Möglichkeiten:
Du kannst werden Schreibpapier, Du kannst werden Kreppapier.
Wenn Du wirst Schreibpapier, hast Du besser.
Du kannst werden Liebesbrief für Freundin.

Wenn Du wirst Kreppapier, hast Du zwei Möglichkeiten:
Du kannst kommen um Zopf für feine Braut, Du kannst kommen auf Rolle.
Wenn Du kommst auf Rolle, dann hast Du nix mehr Möglichkeiten!

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Daran hätte meine Oma nie gedacht!

Meine Oma, die lebte, Ihr lieben Leut',
noch in der guten, alten Zeit.
Sie kannte keine Raketen, keine Düsenjäger
keinen Franz-Josef und keinen Geheimnisträger,
keine Musikbox, keinen elektrischen Grill,
kein Fernsehen, sie hatte nur ihre Brill'.

Sie kannte kein Tiefkühlgemüse,
was bei ihr kalt war, daß waren ihre Füße.
Sie hattte nie den Willi Brand gesehen,
darum fand sie auch den Opa so schön.
Und wenn der einmal umfiel, ich sag' es ganz offen,
dann war's nie politisch, dann war er besoffen.

Meine Oma kannte keinen Tom Jones, keinen Uwe Seeler,
keine Bundesliga und keinen Geigerzähler.
Ihr wurde keine Geschirrspülmaschine vorgeführt,
sie hatte den Opa, das ging wie geschmiert.
Sie ist nie im Ausland herumgerannt,
doch ihre Heimat, die hat sie gekannt.

Sie kannte keinen Video und keine Star,
sie wußte auch nicht wer Gottschalk war.
Sie kannte nicht die Graf und nicht Cassius Clay
nicht Harald Juhnke und nicht Doris Day,
und wußte auch nicht, wer wenn wo betrügt
sie kannte den Bismark, der hat ihr genügt.

Sie kannte kein Snowbord, kein Halli-Galli,
nur nach Rhizinusöl, da lief sie dalli, dalli.
Sie kannte keine Disco und keinen Twist,
drum wußte sie auch nicht, was 'ne Bandscheibe ist.
Sie tat auch nicht wild durch die Gegend hopsen,
und Twist nahm sie nur zum Strümpfe stopfen.
Doch, daß man aus Twist einen Tanz mal macht,
daran hätte meine Oma im Traum nicht gedacht.

Die Oma wußte nichts von der Soraja,
sie war nie nervös, ging früh in die Heija.
Sie kannte keinen Gastarbeiter aus dem Süden
und trotzdem war sie immer zufrieden.
Sie kannte kein Schaumbad mit Massagegeräte,
sie aß nur die Hälfte, da gab's nichts zu kneten.

Sie kannte keine Schönheitsoperation am Kinn,
wo die Oma nichts hatte, da kam auch nichts hin.
Sie kannte keine Salben gegen Runzeln und Falten,
wer einen alten Kopf hatte, der mußte ihn auch behalten.
Sie wußte nichts von Sex mit Erotik gewürzt,
trotzdem hat die Oma den Opa beziertzt.
Und was man heut' alles aus Schaumgummi so macht,
daran hätte die Oma im Traum nicht gedacht.

Meine Oma hätte nie den Günter Grass gelesen,
sie ist mit der Courths-Mahler zufrieden gewesen.
Sie hat niemals am Camping teilgenommen,
ihr Rheuma hat sie auch so bekommen.
Sie kannte kein Atom, keine Elektrogehirne,
zum Denken hatte sie ihre eigene Birne.

Sie kannte keinen Beatle mit langer Perücke,
sie trug Scheitel und Dutt, das war sauber und schicke.
Sie kannte keine Gammler mit dreckigem Gelock,
keine Jeans, keinen Minirock.
Wenn Oma sich bückte, da gab's nichts zu seh'n,
drum fand sie die langen Röcke bequem.
Und wenn man in Bikini und "Oben ohne" macht,
daran hätt' meine Oma im Traum nicht gedacht.

Auch mit 'nem Nerzmantel hat sie niemals geprahlt,
sie trug Karnickel, und der war bezahlt.
Sie kannte keine Toaster und keine Mix,
auch von Entwicklungshilfe wußte sie nichts.
Sie hat niemals von Vico Toriani geträumt,
sie wußte auch nicht welches Waschpulver schäumt,
ihr hat nie der Duft der weiten Welt gewunken,
mit Opa hat sie stets ihren Kaffee getrunken,

Sie tat keine Abhör-Affäre erleben,
und Amerikaner hat's nur beim Bäcker gegeben.
In ihrem Häuschen, bei wenig Miete,
sie sich glücklich und zufrieden fühlte,
heut' zahlt man sich tot an Miete und Pacht,
daran hätte meine Oma im Traum nicht gedacht.

Meine Oma kannte gegen Babys keine Pille
keine Blutprobe und keine Promille.
Kam der Opa nach Haus, und hat leicht geschwankt,
dann wußte sie ohne Röhrchen, der Opa hat getankt.
Und schlich der Opa sich heimlich aus dem Haus,
das wirkte bei der Oma Enegiekräfte aus,
sie brauchte keinen Chip und kein Radar,
sie wußte genau wo der Opa war.
Wenn Opa dann kam des Nachts um halb vier,
stand Oma mit der Bratpfanne hinter der Tür.

Sie wußte nichts vom Weltraum, wollte nie auf den Mond,
sie hat ganz bescheiden hier unten gewohnt.
Sie hatte kein Motorboot, keine eigene Jacht,
aus 'nem Swimmingpool hätt' sie sich gar nichts gemacht.
Sie hatte kein Auto, keinen dicken "Brummer",
dafür keine Schulden und guten Schlummer.
Sie war immer zufrieden, Ihr lieben Leut'
in ihrer guten, der alten Zeit.

Doch das heut' ein Vortrag über sie wird gemacht
daran hätte meine Oma im Traum nicht gedacht!

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